BannerbildBannerbild
  • Link zur Seite versenden
  • Ansicht zum Drucken öffnen
 

ETEP

Konzept zur Umsetzung von ETEP an der
Reginhard-Schule


1. Ausgangslage und pädagogische Grundhaltung
Die Reginhard-Schule versteht sich als ein Lern- und Lebensort, an dem alle
Schülerinnen und Schüler in ihrer individuellen Entwicklung begleitet, gestärkt und
gefördert werden. Dabei nehmen die sozial-emotionalen Kompetenzen eine zentrale
Rolle ein, da sie wesentliche Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen, soziale
Teilhabe und persönliche Entwicklung darstellen.
Vor dem Hintergrund zunehmender Heterogenität in Lerngruppen sowie wachsender
Anforderungen an das soziale Lernen orientiert sich die Reginhard-Schule am
Konzept der Entwicklungstherapie/Entwicklungspädagogik (ETEP). ETEP ist ein
pädagogisches Programm zur Förderung sozial-emotionaler Fähigkeiten und basiert
auf einem ressourcenorientierten, entwicklungslogischen Ansatz.
Im Mittelpunkt steht die Überzeugung, dass auffälliges Verhalten nicht primär als
Defizit verstanden wird, sondern als Hinweis auf noch nicht ausreichend entwickelte
sozial-emotionale Kompetenzen. Ziel schulischer Arbeit ist daher nicht die
Sanktionierung von Verhalten, sondern die gezielte Unterstützung von
Entwicklungsprozessen.
Die Reginhard-Schule orientiert sich dabei an folgenden pädagogischen
Grundhaltungen:
• Der Blick richtet sich auf die Stärken und Potenziale der Kinder.
• Entwicklung erfolgt schrittweise und individuell.
• Freude, Erfolgserlebnisse und Beziehungssicherheit sind Voraussetzungen
für Lernen.
• Pädagogische Beziehungen bilden die Grundlage schulischer Entwicklung.
 

2. Ziele des ETEP-Konzeptes an der Reginhard-Schule
Die Umsetzung von ETEP verfolgt die Förderung sozial-emotionaler
Kompetenzen.
Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden,
• angemessen mit Gefühlen umzugehen,
• Konflikte konstruktiv zu lösen,
• Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen,
• Beziehungen positiv zu gestalten,
• Regeln und soziale Erwartungen zu verstehen und einzuhalten,
• Lernprozesse zunehmend selbstständig zu bewältigen.
Schaffung eines positiven Lernklimas
Die Schule strebt ein wertschätzendes, sicheres und entwicklungsförderndes
Schulklima an, in dem:
Vertrauen aufgebaut wird, Zugehörigkeit erlebt werden kann, Fehler als Lernchancen
verstanden werden (Fehler=Helfer), individuelle Entwicklungsschritte sichtbar
gemacht werden.
Professionalisierung des Kollegiums
ETEP versteht sich zugleich als Haltung und Handlungskonzept für pädagogische
Fachkräfte. Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeitende entwickeln ihre
Kompetenzen im Bereich:
• Beziehungsarbeit,
• Entwicklungsdiagnostik,
• Förderplanung,
• Gesprächsführung,
• deeskalierender Interventionen,
• reflektierter pädagogischer Haltung.
 

3. Grundlagen des ETEP-Ansatzes
ETEP basiert auf entwicklungspsychologischen Erkenntnissen und geht davon aus,
dass sozial-emotionale Fähigkeiten schrittweise aufgebaut werden. Mary Wood
entwickelte hierzu ein Stufenmodell sozial-emotionaler Entwicklung in den
Bereichen:
• Verhalten,
• Kommunikation,
• Sozialisation,
• (Kognition).
Die Förderung orientiert sich stets an dem Entwicklungsstand des Kindes und nicht
ausschließlich am biologischen Alter.
Zentrale Leitgedanken des Ansatzes sind:
1. Den Blick auf Stärken richten.
2. Der Entwicklungslogik folgen.
3. Freude und Erfolg sichern.
4. Für bedeutsame Erfahrungen sorgen.
 

4. Umsetzung an der Reginhard-Schule
 

4.1 Pädagogische Beziehungen
Die Gestaltung tragfähiger pädagogischer Beziehungen bildet die Grundlage der
ETEP-Arbeit. Lehrkräfte begegnen den Schülerinnen und Schülern respektvoll,
wertschätzend und verlässlich. Zudem haben wir unsere Lernclubs etabliert, die im
zwei-Pädagog:innen-System im fachlichen wie im emotional-sozialen Bereich
unterstützen und fördern.
Wichtige Elemente sind:
• klare Strukturen und transparente Erwartungen,
o verlässliche Rituale,
o positive Rückmeldungen,
o individuelle Ermutigung,
o Reflexionsgespräche,
o wertschätzende Kommunikation.
Die Schule versteht Beziehungsgestaltung als zentrale Voraussetzung für
Lernbereitschaft und Entwicklungsfortschritte.
 

4.2 Entwicklungsdiagnostik mit dem ELDiB
Zur Beobachtung und Förderung sozial-emotionaler Entwicklung nutzt die
Reginhard-Schule den Entwicklungspädagogischen Lernziel-Diagnosebogen
(ELDiB).
Der ELDiB dient dazu:
• den aktuellen Entwicklungsstand zu erfassen,
• Ressourcen sichtbar zu machen,
• individuelle Förderziele zu formulieren,
• Entwicklungsfortschritte regelmäßig zu überprüfen.
Förderziele werden:
positiv formuliert, konkret beobachtbar gestaltet, gemeinsam mit den Schülerinnen
und Schülern entwickelt/besprochen und in den Unterricht integriert.
 

4.3 Individuelle Förderplanung
Die Förderplanung orientiert sich an den nächsten erreichbaren
Entwicklungsschritten des Kindes.
Dabei gilt:
• Überforderung wird vermieden.
• Erfolgserlebnisse werden ermöglicht.
• Entwicklungsfortschritte werden sichtbar gemacht.
• Lernen erfolgt in kleinen, realistischen Schritten.
Fördermaßnahmen können umfassen:
• individuelle Zielvereinbarungen,
• Reflexionsgespräche,
• soziale Trainingssituationen,
• strukturierte Gruppenangebote (TLG+, Lernclubs in den Klassen 3-6 und
Entdecker-Club)
• Unterstützungsmaßnahmen im Unterricht,
• Zusammenarbeit mit Eltern und externen Fachkräften.
 

4.4 ETEP im Unterricht
ETEP wird nicht als separates Förderprogramm verstanden, sondern als Bestandteil
des gesamten schulischen Handelns.
Im Unterricht bedeutet dies:
• klare und vorhersehbare Strukturen,
• visualisierte Ziele/Regeln und Abläufe,
• differenzierte Aufgabenstellungen,
• positive Verstärkung,
• regelmäßige Reflexion,
• Förderung kooperativer Lernformen,
• Berücksichtigung emotionaler Bedürfnisse.
Die Lehrkräfte schaffen Lernumgebungen, in denen Schülerinnen und Schüler
sozial-emotionale Kompetenzen aktiv erwerben und erproben können.
 

5. Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team
Die Umsetzung von ETEP erfolgt an der Reginhard-Schule gemeinsam durch:
• Lehrkräfte, pädagogische Unterrichtshilfen,
• Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen,
• Schulsozialarbeit,
• Erzieherinnen und Erzieher,
• pädagogische Mitarbeitende.
Regelmäßige Fallbesprechungen, kollegiale Beratung und gemeinsame
Förderplanung sichern eine abgestimmte pädagogische Arbeit.
 

6. Zusammenarbeit mit Eltern
Die Elternarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes.Die Reginhard-
Schule strebt eine vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft an durch:
• regelmäßige Entwicklungsgespräche,
• transparente Förderziele,
• gemeinsame Absprachen,
• ressourcenorientierte Kommunikation,
• Einbeziehung der Eltern in Entwicklungsprozesse.
 

7. Fortbildung und Schulentwicklung
Die nachhaltige Umsetzung von ETEP erfordert kontinuierliche Professionalisierung.
Deshalb verpflichtet sich die Reginhard-Schule zu:
• regelmäßigen ETEP-Fortbildungen,
• Teilnahme von Pädagoginnen und Pädagogen an Zertifizierungskursen,
• pädagogischen Studientagen,
• kollegialen Hospitationen,
• Reflexion der schulischen Praxis.
Langfristiges Ziel ist die Verankerung einer gemeinsamen
entwicklungspädagogischen Haltung im gesamten Schulalltag.
 

8. Evaluation
Die Wirksamkeit des Konzeptes wird regelmäßig überprüft durch Beobachtung
individueller Entwicklungsfortschritte, Auswertung der Förderziele, Reflexion im
Kollegium, Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern, Elternfeedback, und
nicht zuletzt die Evaluation schulischer Entwicklungsprozesse.
 

9. Zusammenfassung + Kontakt
Die Reginhard-Schule versteht ETEP als einen ganzheitlichen pädagogischen
Ansatz, der die sozial-emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen stärkt
und zugleich die Qualität schulischer Beziehungen verbessert. Durch die
Orientierung an Ressourcen, Entwicklungslogik und wertschätzender
Beziehungsgestaltung schafft die Schule einen Rahmen, in dem Lernen, Teilhabe
und persönliche Entwicklung gelingen können.
 

Hospitationsanfragen für Pädagog:innen richten Sie bitte an Klara Göcke,
(ETEP-Trainerin), vielen Dank! (Stand: Mai 2026)